Technischer Defekt Ursache für "Goodyear"-Brand

Ein technischer Defekt hat zu dem Großbrand im "Goodyear"-Reifenwerk in Philippsburg (Kreis Karlsruhe) geführt. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass ein Dampfheizlüfter an der Decke der Lagerhalle das Feuer am frühen Mittwochmorgen ausgelöst habe, gab die Kriminalpolizei bekannt. "Aus dem elektrisch betriebenen Gebläse loderten Flammen", erklärte ein Polizeisprecher.

 


Verletzt wurde bei dem Großbrand niemand. Der Sachschaden wird auf rund 20 Millionen Euro geschätzt: Der Brand war am frühen Mittwochmorgen in einer 2.000 Quadratmeter großen Lagerhalle mit bis zu 40.000 Reifen ausgebrochen. Die Halle brannte vollständig nieder. Zeitweise waren rund 400 Feuerwehrleute aus Nordbaden und der Pfalz im Einsatz. Am Mittwochnachmittag wurde der Großbrand durch einen massiven Wasser- und Schaumeinsatz weitgehend gelöscht. Restliche Glutnester konnten erst im Laufe des Donnerstag getilgt werden. Parallel dazu begannen die Aufräumarbeiten, wobei vier Bagger den Brandschutt beiseite räumten.

150 Meter hohe schwarze Rauchsäule


Das Zwischenlager für Reifen war während des Brandes eingestürzt: Die Hitze war so groß, dass die Stahlkonstruktion schmolz. Feuerwehrmänner berichteten, dass die Außenplatten der Halle regelrecht explodierten und einen Splitterhagel auslösten.

Das Lager grenzte an die Produktionshallen: "Wir mussten den Lagerbereich aufgeben, um die angrenzende Produktion zu retten", erklärte ein Sprecher der Feuerwehr des Landkreises Karlsruhe. Auch das europäische Zentrallager von Goodyear mit einer Kapazität von mehr als zwei Millionen Reifen blieb unversehrt. Das Philippsburger Werk ist eines der wichtigsten Goodyear-Werke in Deutschland. Die Produktion in der Firma mit rund 850 Mitarbeitern könne vermutlich relativ bald wieder aufgenommen werden, erklärte das Unternehmen.

Obwohl Schadstoff-Messungen ergeben hatten, dass kaum giftige Dämpfe freigesetzt worden waren, wurde den Anwohnern im Großraum Philippsburg, Huttenheim, Rußheim, Liedolsheim, Rheinsheim und Linkenheim-Hochstetten am Mittwoch empfohlen, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Kindergärten und Schulen in der Umgebung blieben am Mittwoch vorsorglich geschlossen.


Riesige Flammen und dichter, schwarzer, beißender Rauch hatten die Löscharbeiten erschwert. Die Rußwolke zog in nordwestlicher Richtung nach Rheinland-Pfalz ab. Ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera unterstützte die Suche nach dem Brandherd.

Wassermangel hatte den Einsatz zusätzlich erschwert. Die Feuerwehr legte deshalb über weite Strecken Wasserleitungen zu umliegenden Baggerseen und Bächen. Auch die Bundeswehr sei informiert worden, um
Transporthubschrauber einzusetzen, die normalerweise für Waldbrände benutzt werden, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Kurzzeitig wurde der Einsatz unterbrochen, weil mehrere Gasflaschen durch die große Hitze explodierten.


(Quelle: SWR vom 10.03.2004)